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Der Güter- und Warenverkehr war der eigentliche Auslöser der maschinen-
getriebenen Schifffahrt in der Schweiz. Es wurden Waren aller Art und Vieh in grossen Mengen transportiert. Passagiere waren - zumindest unter der Woche - eher Objekte oder Platzfüller. Komfort für die Reisenden war nicht vorhanden. Die ersten Dampfschiffe wurden denn auch häufig nur sonntags für spezielle «Lust-» oder «Promenadenfahrten» eingesetzt.

Mit der aufkommenden Industriealisierung einerseits und dem langsam zunehmen-
den Wohlstand andererseits nahm das Bedürfnis an Güter- und Warentransporten stetig zu. Auch der aufblühende Tourismus förderte diese Entwicklung.

Die Dampfschifffahrt erfüllte also in erster Linie «Transportbedürfnisse» als Ergänzung zum Landverkehr. Bis zum Erscheinen der Eisenbahn war das Schiff das schnellste und grösste Transportmittel. Erst im letzten Drittel des 19. Jahr-
hunderts begann dann auch der eigentliche Vergnügungsverkehr eine ernsthafte Rolle zu spielen.

Mit dem Heranführen der Eisenbahn an die Seen nahm das Transportvolumen rasch zu. Die Güter mussten aber mühsam von Hand aus den Bahnwagen auf's Schiff umgegeladen werden, um sie am Bestimmungsort erneut in Handarbeit auszuladen oder wieder in Bahnwagen zu verfrachten. Diese Notwendigkeit des doppelten Umschlags wurde bald als lästig empfunden, da sie teuer war und die rasche Abwicklung des Verkehrs behinderte.

Mittlerweile war das Schiff an verschiedenen Seen zum Verbindungsglied zwischen einzelnen Eisenbahnstrecken geworden und gleichzeitig wurden etliche Schiff-
fahrtsgesellschaften durch Bahnverwaltungen betrieben. Was also lag näher als die Einführung einer Trajektschifffahrt?

Der mit Abstand grösste Trajektverkehr sollte sich auf dem Bodensee ent-
wickeln. Auf dem Zürich- und dem Vierwaldstättersee war er dagegen eher bescheiden, lediglich auf dem Thunersee erlangte er noch eine gewisse Bedeutung.