In diesen 20 Jahren der «Belle Epoque» an der Wende vom 19. zum 20. Jahr- hundert erfolgt der grösste Aufschwung in der Geschichte der Schweizer Schiff- fahrt. Nicht weniger als 57 neue Schiffe werden für den Personenverkehr in dieser Periode in Dienst gestellt (ohne die deutschen und oesterreichischen Schiffe auf dem Bodensee und ohne Lago Maggiore). Dabei handelt es sich mehrheitlich um Salon-Raddampfer oder zumindest um Halbsalonschiffe. Aber bereits tauchen auf verschiedenen Seen auch die ersten Schiffe mit Benzin- oder Dieselantrieb auf.
Aber nicht nur die Industrialisierung nimmt sprunghaft zu. Auch die Mobilität erreicht einen ersten Höhepunkt, verbunden mit einem Warenaustausch in nie gekanntem Ausmass. Parallel dazu steigen aber die sozialen Spannungen in der Bevölkerung und die Überhitzung der Gemüter in gleicher Weise.
In den touristisch attraktivsten Gegenden des Lac Léman, des Berner Oberlandes oder der Zentralschweiz schiessen Hotels und Gasthöfe wie Pilze aus dem Boden. Vielerorts entstehen Hotelpaläste ersten Ranges. Doch deren Blütezeit sollte nur von kurzer Dauer sein. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges im Hochsommer 1914 haben die Menschen in Europa plötzlich ganz andere Sorgen. Auch für die Schifffahrt bedeutet dies drastische Einschränkungen an allen Ecken und Enden, wenn auch teilweise zeitverzögert. Über die Auswirkungen im Einzelnen wird an anderer Stelle berichtet.