In den Boomjahren kurz vor der Jahrhundertwende und bis zum ersten Weltkrieg werden auf dem Lac Léman nicht weniger als neun Salondampfer in Dienst ge- nommen. Für keinen anderen See werden im selben Zeitraum von einer einzigen Gesellschaft derart viele grossen Schiffe erbaut. Anzahlmässig wird der Lac Léman vom Bodensee deutlich übertroffen. Dort buhlen aber nicht weniger als sechs verschiedene Gesellschaften um die Gunst der Reisenden. Zudem handelt es sich bei den dortigen Neubauten - mit Aus- nahme der Stadt Bregenz - um vergleichsweise bescheidene Halbsalon- bzw. Glattdeckdampfer. Auch vom Vierwaldstättersee wird der Lac Léman übertroffen. Dort werden aber - nebst einer ganzen Reihe von Kleinst-Motorbooten - auch diverse Occasions- Schiffe erstanden. Einigermassen vergleichbare Salondampfer werden in der Innerschweiz nur fünf neu gebaut.
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1896 wird mit der Genève der erste «moderne» Salon- dampfer auf dem Lac Léman in Dienst gestellt. Letztmals wird auf diesem Schiff eine Nassdampf-Verbundmaschine eingebaut die relativ träge reagiert. - Das anfänglich nur mit einem Toppmast ausgerüstete Schiff liegt hier um 1900 abfahrbereit in seiner Patenstadt.
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 Als letztes Genfersee-Schiff trug die Genève ursprünglich einen dunkelgrün/hellgrün/weissen Anstrich. Im Mai 1908 präsentiert sich der Dampfer nun in Weiss und mit Kommandobrücke versehen in Ouchy.
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1933/34 wird die Einheit auf dieselelektrischen Betrieb umgebaut. Dabei entfällt auch der bei den Genfersee- Schiffen charakteristische Klipperbug. Die so umgebaute Genève ist im Vergleich zu den Dampfschiffen sehr wirtschaftlich und wird daher häufig auch in der kalten Jahreszeit eingesetzt.
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Oben treffen wir die Genève kurz vor der 1973 erfolgten Ausserdienststellung an. - Links ein Blick in den Salon im Originalzustand. Noch sind die Tische längs angeordnet.
Das Schiff dient heute in Genf Eaux-Vives als soziale Einrichtung.
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Im Jahre 1900 liefern die Gebrüder Sulzer mit der Lausanne I den vierten Salondampfer. Die Stabilität des Neubaus ist jedoch völlig ungenügend: Sulzer muss das Schiff auf eigene Kosten um 2 m verlängern und um 35 cm verbreitern. - In diesem Zustand präsentiert sich der Salondampfer hier im Sommer 1901 in Ouchy.
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Bereits nach einer Saison wird das Steuerhaus auf die neu erstellte Oberdeck-Rauchkabine verlegt. Die Lausanne I erhält somit das klassische Salondampfer-Aussehen. - Im Sommer 1909 treffen wir das Schiff im unteren Seeteil. Ein Jahr später wird ein Teil der kleinen Salonfensterchen durch normal grosse Fenster ersetzt.
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Um 1930 entsteht auf dem Oberdeck eine Verglasung an Stelle der Rauchkabine. Während ein oder zwei Jahren entsprach sie dem bei Vevey und Italie angewendeten Typ, also noch mit der Rauchkabine. Gleichzeitig wird ein neues Steuerhaus in «Standardausführung» erstellt. - Die Aufnahme vom Sommer 1938 zeigt diesen Zustand.
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1946 wird die Lausanne I - als meisteingesetztes Schiff der Flotte - stillgelegt. Es soll nach Vorbild der Genève auf dieselelektrischen Betrieb umgebaut werden, was in den Jahren 1948/49 tatsächlich auch geschieht. Der Umbau ist äusserlich nur am gestutzten Kamin erkennbar, wie auf dieser Aufnahme unschwer zu erkennen ist.
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Nach dem Umbau 1910 präsentiert sich der Salon der Lausanne I nun wie die neuen Schiffe mit quer statt längs angeordneten Tischen. Das Schiff verkehrt letztmals im Sommer 1977 anlässlich des "Fête des vignerons" von Vevey und wird im Jahr darauf abgebrochen.
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1902 wird an der Generalversammlung der Beschluss zur Beschaffung von zwei weiteren Salondampfern gefasst. Als erstes dieser Schwesterschiffe kommt 1904 die Montreux in Betrieb. Hier läuft das Schiff im ersten Betriebsjahr Ouchy an. Kommandobrücken werden erst 1905 angebaut.
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Das stattliche und robuste Schiff bewährt sich hervor- ragend. Bei Bedarf wird es, wie sein Schwesterschiff auch, als Ersatz für die drei ganz grossen Einheiten herangezogen. Schöne Seitenansicht der nun ganz weiss gestrichenen Montreux um 1913.
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1931 wird an Stelle der Rauchkabine eine grössere, recht eckig wirkende Teilverglasung des Oberdecks erstellt.
In diesem Zustand und nun mit ockerfarbenem Kamin zeigt sich das Schiff kurz vor der Motorisierung.
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In den Jahren 1959/60 wird die Montreux auf dieselelktrischen Antrieb umgebaut. Dabei wird ein grosser Teil des Oberdecks verglast. Darüber befindet sich ein eckiges Steuerhaus und Kamin. Die Vorschiff-Rotonde erhält nach dem Vorbild der La Suisse II teilweise grosse Fenster.
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1905 kommt mit der Général Dufour das zweite der vor drei Jahren bei Sulzer bestellten Schiffe in Betrieb. Als letzte Einheit der CGN wird das Schiff zweifarbig gestrichen. Schöne Heckaufnahme in Ouchy im Ablieferungszustand.
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Auch der Dufour bewährt sich ausgezeichnet, kommt aber deutlich weniger zum Einsatz als die Montreux. Von 1939 bis 54 und ab 1965 liegt das Schiff still. Der Abbruch erfolgt jedoch erst 1977.
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 Oben noch weitgehend im Originalzustand, links nach der Reaktivierung 1954 mit der Oberdeckverglasung die 1932 erstellt wurde.
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Bereits 1907 kann mit der Vevey der nächste Salondampfer in Dienst gestellt werden. Etwas kleiner als die beiden Vorgänger bewährt sich auch dieses Schiff bestens.
Hier im Ursprungszustand um 1910.
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1928 wird eine Teilverglasung des Oberdecks erstellt, ohne jedoch auf die Rauchkabine zu verzichten. Zwischen Radkasten und Salon werden Türen eingebaut, sodass die Wintertauglichkeit deutlich verbessert wird. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg legt die Vevey im französischen Evian an. |
Abfahrt vom Schloss Chillon um 1950. - Der harte Ganzjahreseinsatz geht nicht spurlos an diesem Schiff vorbei: Ende 1952 muss die Vevey ausser Dienst gestellt werden, um sie ebenfalls auf dieselelektrischen Antrieb umzubauen. Im Sommer 1955 kommt das so verjüngte Schiff wieder in Betrieb, äusserlich nur erkennbar am
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neuen Kamin. Wie früher wird die Vevey sofort wieder sehr intensiv eingesetzt, häufig auch im Winter. Auf Ende 2006 wird nach genau 100 Saisons die "provisorische Stilllegung" beschlossen. Glücklicherweise kommt es nicht soweit. Das Schiff wird provisorisch renoviert und ver- kehrt weiterhin fast ganzjährig. |
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Noch während des Baus der Vevey wird der Auftrag zum Bau eines Schwesterschiffes erteilt. Bereits 1908 wird die Italie abgeliefert.
Hier verlässt das brandneue Schiff Genève zur Fahrt seeaufwärts. Links ist DS Winkelried abgestellt.
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 Auch die Italie stellt ein ausgesprochen gut gelungenes Schiff dar und wird entsprechend häufig eingesetzt. Mit einem Kohlenverbrauch von rund 21 kg/km ist sie deutlich sparsamer als das Gespann Montreux/Dufour.
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 1930 wird die Italie gleich umgestaltet wie zwei Jahre zuvor die Vevey. In diesem Zustand treffen wir den Dampfer in Ouchy. Bereits ist keine Bugzier mehr vor- handen, der Kamin aber noch weiss gestrichen.
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1956/57 wird auch dieses Schiff motorisiert. Es übernimmt von 1958 bis zur «provisorischen Stilllegung» Ende 2005 den Hauptkurs Bouveret-Genève-Bouveret.
Die Aufnahme von 1987 zeigt die Italie noch mit kurzem Kamin, aber bereits mit dem modernisiertem Steuerhaus. |
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Schon im Frühjahr 1910 kann mit DS La Suisse II der sechste Neubau des 20. Jahrhunderts in Betrieb genommen werden. Bei einer Länge von 73,8 m und einer Breite von 15,9 m ergibt sich eine Leerverdrängung von 437 Tonnen und ein Fassungsvermögen von 1500 Personen. Damit handelt es sich mit Abstand um das
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grösste bisher für einen Schweizer See gebaute Schiff.
Oben zeigt sich die La Suisse II in voller Grösse kurz nach der Inbetriebnahme, links Ende der Zwanzigerjahre in Genève. Bereits ist der Kamin in klassischer CGN-Manier ockerfarben gestrichen.
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 Zwischen 1960 und 71 präsentiert sich das Schiff in diesem Zustand: Geänderte Fensterteilung im Vorschiff-Salon, Originalkessel nun mit Ölfeuereung und einer sehr unpassenden Oberdeckverglasung.
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