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Ein erster, allerdings noch sehr bescheidener Versuch mit Aufbauten oberhalb des Hauptdecks, wurde 1864 mit dem Zürichsee-Dampfer «Concordia» gemacht. Im Heck des Schiffes erbaute man eine Art Halbsalon für die Reisenden der ersten Klasse, versehen aber noch mit kleinen Luken statt Fenstern.

Der grösste Fortschritt im Schiffbau wurde dann aber 1870 erzielt: Mit DS «Oberland» läuft Ende Mai auf dem Brienzersee der erste Salondampfer der Schweiz von Stapel.  Das fast symmetrisch gebaute Schiff weist vor und hinter den Radkasten geschlossene Salons auf. Erstmals verfügt somit ein Schiff über geschützte Räume an Deck die mit vergleichsweise grossen Fenstern einen Quantensprung in Sachen Komfort bringen. Darüber befindet sich ein grosses, durchgehendes Promenadendeck.

Am 7. Juli des selben Jahres läuft auf dem Lac Léman mit DS «Winkelried» der erste Halbsalondampfer der Schweiz von Stapel.  Das imposante Schiff mit zwei Kaminen ist zu diesem Zeitpunkt auch das grösste Schiff auf einem schweizerischen See. Verglichen mit der «Oberland» sind die Veränderungen gegenüber den herkömmlichen Schiffen allerding noch recht bescheiden. Hinter den Radkasten entsteht ein um rund einen Meter erhöhter Salon für die Passagiere der 1. Klasse, versehen mit kleinen, rechteckigen Luken. Für die Reisenden der 2. Klasse ändert sich nichts. Der Bereich vor den Radkasten ist nach wie vor offen, lediglich die Kajüte bietet Schutz bei schlechtem Wetter. Auch der Steuermann hat seinen Platz noch immer im Heck, direkt über dem Ruder.

Die Zahl der Fahrgäste nimmt insbesondere in den touristisch interessanten Gebieten zu Beginn der hier aufgezeigten Periode zu. Werden etwa auf dem Vierwaldstättersee im Jahre 1870 424'588 Reisende gezählt, sind es 1881 bereits deren 832'604. Die Nachfrage nach Schifffahrten bringt nicht nur eine grosse Zahl an Neubauten mit sich. Auch ältere Schiffe werden umgebaut und komfortabler gestaltet. Vielenorts wird zudem versucht, die Güterbeförderung vom Personenverkehr zumindest teilweise zu trennen.



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