Der Tourismus im Berner Oberland nimmt stark zu. Mit dem Bau der Eisenbahnen quer durch Europa entsteht eine neue Mobilität. Wohlhabende Bürger logieren oft für mehrere Wochen oder gar Monate beispielsweise in Interlaken. So verwundert es nicht, dass auch auf den beiden Seen ein deutlicher Aufschwung spürbar wird.
Bis zum Bau der linksufrigen Thunerseebahn (Eröffnung 1. Juni 1893) hatten die Schiffe auf dem Thunersee praktisch ein alleiniges Transportmonopol, denn wer von Bern nach Interlaken wollte, hatte in Scherzligen bei Thun von der Eisenbahn auf das Schiff umzusteigen. So benützten nicht nur Reisende die Schiffe, es wurde auch ein umfangreicher Warenverkehr abgewickelt. Von 1873 bis 1893 bestand gar eine Trajektschifffahrt zwischen Scherzligen und Därligen.
Ähnlich verhielt es sich auch auf dem Brienzersee. Die Eröffnung der Brünigbahn von Alpnachstad bis Brienz im Jahre 1888 brachte zunehmende Frequenzen. So wurden 1892 bereits 562'507 Personen befördert. Sieben Jahre vorher waren es nur rund die Hälfte.
Mit DS Oberland (1870) erbaute Sulzer in Winterthur für den Brienzersee den ersten Salondampfer der Schweiz. Erstmals waren hier Aufbauten auf dem Deck vorhanden und zusätzlich ein Sonnendeck. Auffallend waren an diesem Schiff insbesondere die grosse Zahl an Fenstern und die beiden hinter dem Kamin angeordneten |
Steuerräder. Das Schiff wurde im Laufe der Jahre nicht wesentlich verändert. Die elektrische Beleuchtung wurde erst im Jahre 1900 eingerichtet und das Steuerhaus 1913 aufgesetzt. Dank seines geringen Kohlenverbrauchs wurde das Schiff auch während und nach dem 1. Weltkrieg bis 1925 eingesetzt. |
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Ein Jahr nach DS Oberland lieferte Escher Wyss, wiederum für den Brienzersee, mit DS Brienz I den zweiten Salondampfer auf schweizerischen Gewässern ab. Die bei diesen beiden Schiffen angewandte Fähren-Bauart (Bug und Heck praktisch baugleich) wurde in späteren Jahren nicht mehr nachgebaut. |
 Vor Eröffnung der Brünigbahn entlang des Brienzersees im August 1916 war Brienz die Umsteigestation für Transitreisende. - Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges warten hier die DS Brienz I und Giessbach auf Übergangsreisende. |
Rund 15 Jahre später hat sich die Situation drastisch geändert, die Frequenzen sind massiv eingebrochen. Dennoch konnte sich DS Brienz I bis 1956 halten, nicht zuletzt wegen der relativ grosszügigen Innenräume und des eher geringen Kohleverbrauchs. - Hier sehen wir das Schiff um 1925 wiederum in Brienz. |
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Im Gegensatz zum Brienzersee wurde auf dem Thunersee im Jahre 1871 mit DS Beatus I die Halbsalonbauart gewählt. Das Schiff, hier im Originalzustand an der Ländte Freienhof in Thun, weist viele Ähnlichkeiten mit dem um ein Jahr älteren DS Winkelried des Lac Léman auf. |
 Im letzten vollen Betriebsjahr 1962 präsentiert sich DS Beatus I an der Ländte Merligen im Endzustand. 1957 erhielt das Schiff noch das fast neuwertige Steuerhaus der abgebrochenen Stadt Bern I. |
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 1874 kommt mit DS BubenbergI ein Schwesterschiff des Beatus in Betrieb. Hier ist das Schiff an der Ländte Thun-Freienhof noch weitgehend im Originalzustand zu sehen. Das Mittelschiff ist vollständig offen. Hier kommt auch die Konstruktion des Vorschiffes gut zum Ausdruck, eine Form wie sie nur bei diesen beiden Schiffen angewendet wurde. |
Die Aufnahme zeigt DS Bubenberg I 1897 im Kanal von Interlaken. Damals wurde ein Schiff für den Photographen noch gestoppt, Reisende und Besatzung posierten artig.
An dieser Stelle und am selben Tag entstanden mindestens zwei fast identische Aufnahmen des Schiffes. |

Stellvertretend für die stehend-oszillierenden Dampfmaschinen mag hier diejenige des Bubenberg I stehen. Es handelt sich um eine robuste, zuverlässige Anlage die in gleicher oder ähnlicher Form auch auf anderen Schiffen der Schweiz und des Auslandes eingebaut wurde. |
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Mit DS Helvetia II kommt 1889 der letzte Halbsalon- dampfer auf dem Thunersee in Betrieb. Hier liegt das Schiff um 1904 in Interlaken. Gut zu erkennen ist die in dieser Art nur bei diesem Schiff vorkommende Erhöhung im Bug mit dem Steuerrad des Bugruders. - Im Hintergrund nähert sich die Stadt Bern I. |
Nachdem das Schiff 1910/11 um 4,1 m verlängert und um 50 cm verbreitert wurde, zeigt sich die Helvetia II als ein recht ansprechender Halbsalondampfer. Hier ist das Schiff Anfang der fünfziger Jahre an der Ländte Faulensee zu sehen. |
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