Der Beginn der maschinengetriebenen Schifffahrt auf den Gewässern der Schweiz markierte 1823 der Dampfer Guillaume Tell. Ihm folgten innerhalb der nächsten 45 Jahre nicht weniger als 18 weitere Schiffe auf dem Lac Léman. Sie waren alle als Eindecker, wie sie in der Einleitung beschrieben sind, gebaut. Teilweise entstanden «neue» Schiffe aber auch dadurch, dass die hölzerne Schale durch eine eiserne ersetzt wurde.
In der hier dargestellten Periode wurden auf schweizerischer Seite des Lac Léman nicht weniger als zehn Schifffahrtsgesellschaften gegründet! In Frankreich dagegen entstand nur eine Gesellschaft, die indessen kein Schiff in Betrieb nahm.
DS Helvétie I (1841) war mit einer Länge von gut 50 Metern bereits deutlich grösser als die ersten Schiffe, die meist zwischen 20 und 40 Metern massen. - Das Schiff ist hier 1893 bereits mit neuem Kamin und, nicht sichtbar, auch mit neuen Kesseln und einer moderneren Maschine ausgerüstet. |
 Für die Epoche in der die Helvétie I verkehrte, erreichte sie mit 77 Einsatzjahren ein ausserordentlich hohes «Alter». Viele deutlich später gebaute Schiffe erreichten nicht annähernd eine solch lange Dienstzeit. |
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DS Aigle II (1842) heisst ab 1860 Simplon I. Bereits 19 Jahre später wird das Schiff ausser Dienst gestellt. Die Schale wird in ein Stationsponton umgebaut und bis 1935 in Genève Jardin-Anglais verwendet. Die Aufnahme vom 2. Mai 1935 zeigt die Versenkung der Überreste des Schiffes in der Mitte des Lac Léman. |
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DS Chillon (1857) als Vertreter der ursprünglichsten Schiffe des Lac Léman steht stellvertretend für viele Dampfschiffe der ersten Epoche. Mit einer Länge von gut 46 Metern gehörte das Schiff aber bereits zu den grösseren Einheiten. - Der hier weisse Kaminoberteil war ursprünglich ebenfalls schwarz. |
Kurz vor der Ausserdienststellung im Jahre 1900 präsentiert sich DS Chillon in einem in der Schweiz äusserst raren Erscheinungsbild: Immer noch als Glattdecker mit offenem Mittelschiff, aber mit einem für die Passagiere zugänglichen Oberdeck und leicht geschütztem Steuerstand.
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Ebenfalls 1857 kommt mit der Aigle III ein Schwesterschiff der Hirondelle in Betrieb. Das bereits recht stattliche Schiff weist eine Tragfähigkeit von 700 Personen auf. Hier sehen wir den Dampfer in noch sehr archaischem Zustand. Der Steuermann im Heck ist gut zu erkennen. |
 1891/92 wird die Aigle III in ein Halbsalonschiff umgebaut und mit einer neuen Maschine ausgerüstet. Das Bild zeigt das im Endzustand ganz weiss gestrichene Schiff kurz vor dem 1918 erfolgten Abbruch.
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In den ersten Betriebsjahren steht der nunmehr längste Dampfer des Sees - DS Léman III (1857) in Genève zur Abfahrt bereit.
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Noch immer als Glattdecker zeigt sich DS Léman III um 1890 in Montreux. Bereits ist das Mittelschiff überdacht, nach vorne aber noch offen. Das Oberdeck ist für die Passagiere zugänglich und der Steuerstand leicht geschützt. 1894 wird die Einheit in einen Halbsalondampfer umgebaut
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und mit einer neuen Maschine ausgerüstet. Komfort und Geschwindigkeit steigen deutlich. - Hier ist das Schiff kurz nach der Jahrhundertwende in Genève-Mont Blanc zu sehen. - 1927 wird der Léman III ausrangiert. Man trägt sich mit dem Gedanken eines Umbaus in ein Diesel- Schraubenschiff.
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Kaum zu glauben: Nochmals dasselbe Schiff! Jetzt aber nach dem rund zehn Jahre dauernden Umbau zum Motorschiff Léman IV. Das mit zwei Sulzer-Dieselmotoren ausgerüstete Schiff bewährt sich sehr gut. Es handelt sich um das schnellste Fahrgastschiff auf einem Schweizer See. |
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In Genève liegt der kleine Dampfer Mont Blanc I (1859) und aussen DS Léman III an der Anlegestelle Jardin-Anglais um 1866 zur Abfahrt bereit. Das kleine Schiff wird bereits 1870 ausrangiert und dient anschliessend während rund 20 Jahren als «Café flottant».
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Die im Jahre 1865 vom Neuenburgersee beschaffte Flèche (1856) ist hier im Originalzustand zu sehen. 1872 wird die Einheit in Ville de Genève umbenannt.
1887/88 muss das Schiff infolge des schlechten |
Zustandes umgebaut werden. Die hintere Kajüte wird um 30 cm angehoben und mit etwas grösseren, rechteckigen Fenstern versehen. Es entsteht also eine Art Halbsalon. Gleichzeitig wird ein neuer Kessel und eine neue Maschine eingebaut. In diesem Zustand läuft die Ville-de-Genève Territet an.
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1893 wird das Schiff erneut umbenannt und heisst fortan Guillaume Tell III. Der nur wenig erhöhte Halbsalon ist auf dieser Aufnahme gut zu erkennen. Das Mittelschiff wird erst 1906 überdacht. 1912 wird das ganze Schiff an den Bielersee verkauft, Maschine und weitere Teile werden für die Berna I weiterverwendet.
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 1868 wird mit DS Bonivard der letzte Glattdeckdampfer des Lac Léman in Dienst gestellt. In den ersten Betriebsjahren liegt das Schiff hier am Quai du Mont-Blanc in Genf.
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 1885 entsteht durch Umbau ein Halbsalondampfer. Die beachtliche Tragfähigkeit von 900 Personen wird beibehalten. Hier treffen wir das Schiff um 1900 in Ouchy.
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Im Endzustand wirkt DS Bonivard schon beinahe zeit- gemäss. Hier steht der Dampfer neben zwei Güterbooten um 1923 in Genf. Im Frühjahr wird das in der Werft in Ouchy abgestellte Schiff durch einen Grossbrand zerstört. Es bleibt nur der Abbruch. |
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